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Behandlungsmöglichkeiten des Schnarchens (Hier eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Allgemeine Hilfsmittel spezielle Hilfsmittel Operationen
Allgemeine (unspezifische) Hilfsmittel gegen Schnarchen: Dazu gehören Nasenflügelpflaster und Dilatatoren, die den Naseneingang erweitern, mehr Luft hereinlassen und so die Atmung und damit die Schlafqualität verbessern, Sprays zur Erweiterung oder Anfeuchtung der Nase und des Rachens, die ebenfalls dadurch das subjektive Wohlbefinden bessern und damit auch die Schlafqualität anheben. Es gibt auch Elektro-Stimulations-Geräte zur Tonisierung (Straffung) der Zungen- und Mundboden-Muskulatur, deren dauerhafter Nutzen aber eher fraglich ist. In der Regel lösen diese Hilfen aber das Problem des Schnarchens nicht! Das heißt: nur der Schnarcher selbst schläft etwas besser, stört aber weiter den Partner. Eine sinnvolle Hilfe für reine „Rückenschnarcher” ist z.B. ein Tennisball oder eine etwas größere Schaumstoff-Rolle, die man am Rücken des Schlafanzuges an- oder einnäht. Das stört, der Schläfer dreht sich auf die Seite. Ebenfalls hierzu gehören durchaus sinnvolle Maßnahmen, die der sogenannten „Schlafhygiene” dienen: Nicht zu spät / zu "schwer" / zu fett / zu viel essen! Nicht zu spät / zu viel Alkohol trinken! Also: den Magen nicht vor dem Schlaf zu viel belasten oder übersäuern und die Muskeln nicht mit zu viel Alkohol erschlaffen lassen! Wer den ganzen Tag sitzt, sollte vor dem Schlafengehen wenigstens eine halbe Stunde straff spazieren gehen! -- Also: alles das, was wir in unserer modernen Gesellschaft eher nicht tun.
Gezielte (spezifische) Hilfsmittel gegen Schnarchen: Dazu gehören die sogenannten „Schnarchschienen”, korrekter ausgedrückt: „Protrusionsschienen”. Sie verlangen zuvor eine fachärztliche Untersuchung durch einen HNO-Arzt, einen Zahnarzt oder einen Kieferorthopäden. In der Regel kommt es sogar zur Zusammenarbeit zwischen den Fachdisziplinen. Es geht nämlich darum, festzustellen, ob der Zungengrund im Schlaf zu weit zurücksinkt und so zum Schnarchen führt. Wenn das durch einen Fehlbiss, z.B. „Rückbiss” verursacht wird und keine sonstige zum Schnarchen führende Erkrankung vorliegt, kann man sehr erfolgreich mit einer individuell angepassten - laienhaft ausgedrückt - „Zahnspange” das Schnarchen vermindern oder gar aufheben. Die Herstellung und Anpassung dieser Protrusionsschienen setzt spezielles Fachwissen voraus.
Spezielle Schnarch-Diagnostik
Wie bei jeder ärztlichen Behandlung, ist auch beim Schnarchen zuvor eine qualifizierte Diagnostik erforderlich! Entscheidend ist nämlich die sogenannte Ausschlussdiagnostik: das Ausschließen oder Finden anderer, evtl. wichtigerer Krankheiten, die vielleicht nur nebenbei auch zum Schnarchen führen.
Bei Hinweisen auf Schnarchen mit Atemstörung (OSAS) muss eine Diagnostik des Schlafes in einem sogenannten Schlaflabor erfolgen!
Ich führe deshalb vor einer möglichen Schnarch-Operation nach der ausführlichen HNO-Untersuchung eine spezielle Schlaf- Schnarch- Untersuchung mit dem APNEAGRAPH durch, einem Gerät, das sowohl den "Schnarchort" ermittelt, als auch vorliegende Schlaf-Atem-Störungen zeigt. Es hilft bei der Entscheidung, ob eine Operation für den Patienten sinnvoll ist, oder ob der Patient von mir zum Zahnarzt oder zuerst zur pulmologisch- internistischen Untersuchung weitergeschickt wird.
Schnarch-Operationen:
1. Die Radio-Frequenz-Chirurgie (Coblation)
2. Das Pillar-Verfahren
Je nach Ergebnis der vorangegangenen Diagnostik gibt es verschiedene Techniken und Operationsmethoden zur Verbesserung der Nasenatmung und zur Erhöhung der Spannung des „schlaffen” weichen Gaumens oder zur Erweiterung des zu engen Rachens:
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1.
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Korrektur der Nasenscheidewand und/oder Verkleinerung der Nasenmuscheln
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2.
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Versteifung des weichen Gaumens und/oder Kürzung des Zäpfchens
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3.
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Erweiterung der Gaumenbögen und Kürzung des Zäpfchens, ggf. Verkleinerung oder Entfernung zu großer Mandeln
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4.
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ggf. Verkleinerung (Reduzierung) einer zu großen Zungengrundmandel.
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Die angewandte Technik richtet sich natürlich nach dem jeweiligen Gewebe, an dem operiert wird.
Für "Weichteilgewebe" gibt verschiedene Operationstechniken, z.B. den weichen Gaumen zu versteifen, das Zäpfchen zu kürzen bzw. die Nasenmuscheln zu verkleinern. Diese sind entweder mechanisch (z.B. mit Schere/Messer) oder thermisch, d.h. mit Hitze (z.B. Laser).
Eine elegante Behandlungstechnik für Schnarchoperationen ist die
Coblation, eine Radio-Frequenz-Chirurgie-Technik.
Sie ist: • minimal invasiv • schonend • ambulant durchführbar.
Ich habe mich auf diese Technik spezialisiert.
Bei der Coblation wird weiches Gewebe unter Einsatz von Radiofrequenzenergie und Kochsalzlösung abgetragen: (Coblation = controlled ablation - kontrollierte Abtragung)
Dabei wird das umgebende gesunde Gewebe geschont, was eine leichtere und schnellere Heilung zur Folge hat. Bei der „Schnarch-Operation” mit der Coblation werden unter der Schleimhaut künstliche Vernarbungen erzeugt, die zu einer Straffung des Gewebes führen, oder Gewebe abgetragen, und so die Schnarchschwingung zu vermindern. Diese Operation dauert im Allgemeinen etwa 30 Minuten und wird in Narkose des Patienten durchgeführt. Der Arzt führt ein nadelförmiges Instrument u.a. in den Gaumen ein und aktiviert nach entsprechender Positionierung der Sonde die Coblation für ca. 10 bis 15 Sekunden pro gewünschter Vernarbung, um das Gewebe zu straffen, oder er trägt Teile des zu langen Gaumensegels und des Zäpfchens mit der Sonde ab. Der Eingriff ist weitestgehend unblutig.

Nach der Schnarchoperation: In den ersten 48 Stunden nach dem Eingriff sollte sich der Patient schonen. In den ersten Tagen nach dem Eingriff kommt es zu erträglichen Schmerzen und Schwellungen im Rachen wie bei einer Halsentzündung. Diese können mit normalen Schmerzmitteln behandelt werden. Weil aber die Schleimhaut bei dieser Methode weitestgehend intakt bleibt, erfolgt eine recht schnelle Genesung. Direkt nach der Behandlung kann es durch das Anschwellen des Gewebes zunächst zu einer Verschlimmerung des Schnarchens kommen. Eine Verbesserung der Schnarchgeräusche tritt innerhalb von zwei bis sechs Wochen ein.
Mögliche Komplikationen: Einige Patienten berichten nach dem Eingriff über geringe Nebenwirkungen wie Schluckbeschwerden oder Taubheitsgefühl im Rachen. Diese gehen in der Regel bald zurück. In seltenen Fällen kann eine Blutung auftreten; dann ist der Arzt aufzusuchen. Ebenso, falls eine Entzündung auftritt.
2. Das Pillar-Verfahren
Bei passenden anatomischen Verhältnissen und wenn die Messung mit dem APNEAGRAPH zeigt, dass praktisch nur mit dem Gaumensegel geschnarcht wird, können kleine "Pföstchen" (= Pillars) in den weichen Gaumen eingesetzt werden. Diese sind 18 mm lang und 2 mm kräftig. Sie sind aus einem Polyester- Fadenmaterial geflochten, welches bereits seit Jahrzehnten problemlos bei Implantaten, z.B. auch Herzklappen, benutzt wird. Es führt zu keiner Fremdkörperreaktion im Gewebe. Es werden normaler Weise in örtlicher Betäubung (fast wie beim Zahnarzt) mit einem speziellen Gerät (Applikator) 3 Pfosten in den Weichgaumen eingebracht. Diese vermindern die Schwingungsfähigkeit des Gaumensegels und damit die Intensität des Schnarchens. Bei starken “Würgern” kann dieser Eingriff natürlich auch in Narkose durchgeführt werden.
Die Erfolgsaussichten von Operationen: Bezüglich der Nasenatmungsbehinderung kann man nicht für alle Zeiten Befreiung der Nase versprechen, in einigen Fällen muss z.B. nach einem Jahr „nachgearbeitet” werden. Eine völlige Befreiung vom Schnarchen kann nicht versprochen werden, aber in den meisten Fällen tritt eine deutliche Besserung ein. Auch hier gibt es keine Garantie für "den Rest des Lebens".
Kostenübernahme? Diagnostik und Behandlung des (primären) Schnarchens sind keine Leistung nach dem Leistungskatalog der Krankenkassen. Das gilt primär auch für die Privat- versicherer. Eine Krankschreibung zu Lasten der Krankenkasse ist also in diesen Fällen auch nicht möglich. Planen Sie also hierfür entsprechende Freizeit ein (3 bis 5 Tage). Nur in speziellen Fällen von OSAS / UARS mit nachgewiesenem Krankheitswert kann es in Einzelfallentscheidung zu einer begrenzten Kostenübernahme kommen.
Fragen? Wenn Schnarchen auch Ihr Problem ist und Sie spezielle Fragen dazu haben, dann rufen Sie an und vereinbaren Sie einen Termin (Tel.: 0931-322 500). Jedes Schnarchproblem ist individuell, deshalb ist vor jeder Beratung oder Behandlung eine genaue Untersuchung nötig. Die HNO-Grunduntersuchung ist Kassenleistung.
Ergänzende Informationen zur Radiofrequenztechnik:
Auch die Mandel-Operation (Tonsillektomie) bei Kindern und Erwachsenen kann ich mit dieser Technik anbieten. Ich führe sie nun seit Januar 2003 konsequent damit durch und die Patienten und ich sind sehr zufrieden. Die Operation ist fast blutfrei, die Schmerzen danach sind in der Regel geringer als nach der klassischen (üblichen) Technik mit Schneiden, Umstechen (Blutstillung per Nadel und Faden) oder gar Koagulation (Blutstillung mit Hitze - quasi „Punktschweißen”). Das Blutungsrisiko ist das Gleiche wie bei der schneidenden Technik.
Kosten: Die Mandeloperation selbst ist klassische Kassenleistung, inclusive stationärem Aufenthalt. Die Radiofrequenztechnik ist eine anerkannte Operationstechnik, steht jedoch nicht im Leistungskatalog der Kassen. Hier fallen bei Wunsch dieser Technik geringe Kosten für den Patienten an.
Mandel-Verkleinerung (Tonsillotomie), sogenannter "kissing tonsills" - bei Kindern Wie bei den erwachsenen Schnarchern können mit der Radiofrequenzsonde ebenfalls bei kleinen Kindern mit viel zu großen Mandeln, die sie beim Atmen vor allem im Schlaf oder gar beim Essen stören, die Mandeln problemlos verkleinert werden. Ein Blutungsrisiko besteht dabei fast nicht. Voraussetzung ist, dass die Mandeln noch keine richtigen Entzündungen hatten, und dass das Kind auch entsprechende Beschwerden hat. Reines Schnarchen ist auch beim Kind keine Krankheit und gerade beim Kind kein Operationsgrund. Diese Operation kann ambulant durchgeführt werden. Ihr Kind hat danach so gut wie keine Schmerzen. Der Sinn dieser Mandelverkleinerungsoperation bei kleinen Kindern ist, ihnen das immunkompetente Lymphgewebe der Mandeln zu belassen, aber trotzdem für eine Befreiung der oberen Atemwege zu sorgen.
Kosten: Diese Operation steht seit Januar 2007 im stationären Operationskatalog der Krankenkassen. Diese übernehmen die Krankenhauskosten, wenn die Operation stationär durchgeführt wird. Die Operationstechnik mit Radiofrequnz-Chirurgie steht aber nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen. Hier fallen Kosten unter 300,- Euro für den Patienten an. Privatversicherer übernehmen oft alle Kosten, wenn die Operation ambulant durchgeführt wird. Diese Operation ist medizinisch immer eine Einzelfallentscheidung. Ebenso ist eine Kostenübernahme durch eine Krankenkasse bei entsprechendem Leidensdruck mit nachgewiesenem Krankheitswert für das Kind jeweils auch eine Einzelfallentscheidung.
Nachbermerkung Ich verwende seit dem Jahre 2001 als einer der ersten niedergelassenen Ärzte das Radiofrequenz-Chirurgie-Gerät Coblator zur Nasenmuschelverkleinerung, zur Gaumensegel-Straffung und/oder -Kürzung, Mandeloperation (Tonsillektomie) bei Kindern und Erwachsenen, Verkleinerung der Mandeln (Tonsillotomie) bei kleinen Kindern und erwachsenen Schnarchern sowie zur Verkleinerung zu großer Zungengrundmandeln bei erwachsenen Schnarchern. Meine Erfahrungen mit dieser Technik sind gut. Man muss - wie immer - ihre Grenzen kennen. Ich nehme regelmäßig an speziellen Operationskursen teil, in der Regel in Deutschland, bisher auch 3 mal in Voss/Norwegen (Dr. Magne Twinnereym, Eurosleep Norway). Von dort habe ich auch den ersten APNEAGRAPH nach Deutschland gebracht. Zwei Aufenthalte in Voss (Eurosleep Norway) dienten der speziellen Schulung mit diesem Gerät. Ich nutze dieses von Dr. Magne Twinnereym entwickelte Gerät seit dem Jahre 2005 bei allen Schnarchpatienten zur entsprechenden Diagnostik. Es ist bislang das einzige Hilfsmittel, um eine sichere Etagendiagnostik beim Schnarchen zu erhalten. Weiterhin nehme ich regelmäßig an Fortbildungen bzgl. Schlafdiagnostik teil, beim Deutschen HNO-Berufsverband, in der Univ.-HNO-Klinik Mannheim und der Univ.-HNO-Klinik Ulm. Das Pillar-Verfahren gibt es auf dem deutschen Markt im niedergelassenen Bereich erst seit dem Jahre 2006 (mit Ausnahme eines HNO-Kollegen in Braunschweig, der es schon seit 3 Jahren zuvor nutzt). Es ist das schonendste Verfahren zur Minderung des Schnarchens. Es verlangt aber eine ebenfalls sehr genaue Diagnosestellung, weil nur relativ wenige Patienten (maximal 10%) dafür geeignet sind.
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